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Die Braut von Urwegen
Im Chor der Bergkirche ist an einer Säule das Bild eines Kranzes zu sehen. Die Sage wird von Generation zu Generation weitererzählt, die ich gekürzt hier wiedergeben möchte : Der Urweger Mann und reichste Bauer in der Gemeinde, Th. Kellinger - er soll auf Haus Nr. 37 gewohnt haben - hatte eine einzige und sehr schöne Tochter. Verständlich dass viele Burschen um sie warben. Sie verschenkte aber ihr Herz einem armen Bauernsohn und schwur ihm ewige Treue. Die Eltern aber, waren damit nicht einverstanden, vor allem der Vater blieb hart, und zwang sie zur Heirat mit einem ebenfalls reichen Bauernsohn. Nachdem alle Versuche des Bauern (er war auch der Ortshann) fehl schlugen, seine Tochter von dem armen Burschen zu trennen, veranlasste er dessen Einberufung zum Militär. In dieser Zeit kommt es zu Auseinandersetzungen zwischen dem sturen machtbesessenen Vater und seiner Tochter, die sich wiedersetzte, den reichen Burschen zu heiraten. Der Herbst naht, die Blätter fallen, bald ist Katharinentag (25. November), wonach nach altem Brauch die Hochzeitswoche ist. Mit schwerem gebrochenem Herzen, den Eltern gehorchen, und den Reichen zu heiraten, ließ das schöne, reiche, doch bedauernswerte Mädchen sich den Brautkranz aufsetzen, und für die Trauung ankleiden. Am Vorabend war ihr Geliebter heimlich vom Militär nach Hause gekommen, weil er von der Trauung seiner Geliebten erfahren hatte. Der Hochzeitszug steigt den steilen Weg zur Bergkirche hinauf. Ihr Geliebter verfolgt aus sichtbarer Nähe den Hochzeitszug. Die Braut weiß, dass er sie beobachtet, und denkt daran, dass sie ihren Schwur gebrochen hat. Die Sünde des Meineides belastet zusätzlich ihr großes Leid. In ihrer Ausweglosigkeit kniet sie vor der Kirchentür nieder, und stieß die flehenden Worte aus: "Herr, wenn du mir nicht anders helfen kannst, dann nimm mich lieber zu dir!" Darauf sank sie tot zusammen. Nun beweinten die Eltern ihre Hartherzigkeit am Grabe ihrer Tochter und ließen zu ewigen Gedenken den zum Totenkranz gewordenen Brautkranz an die Kirchensäule malen, sowie er auch heute noch immer als "Brautkranz" getragen wird. Diese Sage widerspiegelt das Dorfleben der Urweger in Freud und Leid. Liebe und Treue sind als höchste Tugend dargestellt. Das versprochene Wort wird als Schwur gedeutet. Diese Sage verdeutlicht die sozialen Konflikte und verurteilt die Klassenunterschiede. Auch später hat es in Urwegen, wie auch in anderen Dörfern Siebenbürgens, ähnliche Zwangsheiraten gegeben. Wenn auch keine Braut am "Heiratsdiktat" ihrer Eltern gestorben ist, so haben doch viele stillschweigend und im Geheimen ihr Liebesleid tragen müssen. Diese Sage sollte ein warnendes Beispiel sein und bleiben. Ob nun die Sage auch auf einer wahren Gegebenheit beruht, wer kann es wissen?... Schriftlich ist nichts darüber überliefert, doch sie wird immer sehr gefühlsvoll geschildert, und seit Jahrhunderten weitererzählt. So kann man annehmen, dass doch - wenn auch nur zum Teil - Wahres dabei ist. Der langjährige Dechant des Unterwalder Kirchenbezirkes Ernst Thullner hat dazu im Urweger Dialekt das Lied "Der Breoktkrongz" geschrieben. Dieses Lied ist in allen Dörfer Siebenbürgens bekannt und wird bei verschiedenen Anlässen von Alt und Jung oft gesungen. Der einstige Predigerlehrer von Urwegen Richard Szegedi, hat um 1930 zu dieser Sage das Theaterstück "De Breokt vun Urbijen" in Urweger Dialekt geschrieben und dieses wurde im Jahre 1933 uraufgeführt.
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Der Breoktkrongz vun Ernst Thullner 1.) Zea Urbejen am Eangderwold , do het an der Kirch oaf dem Rech E Krongz eos Steng , si hoart och kolt , wet hi wol bedegden mech ? Meng Grögs erzolt mir est de Mer , vun desem Krongz eos Steng Vun er Med dä gelidden si schwer si schwer , vun er Med dä gelävt esi reng :
2.) Zea Urbijen am Eangderwold , do liwt für leonger Zegt E Wirt mat Geld gor wühl bestolt , seng Nummen die liwt noch hegt. Die hat en Düchter gor hegsch och grögs ,wä der Morjentoa esi frasch Si weiß wä en Lelch , esi rögt wä en Rögß , geseangt wä am Woasser der Fasch.
3.) Vill Burschen wulen det Medchen froan , doch ener nor wor em richt Nor enem wul at seng Liewen woan , och dot wor en urem Knicht. ,,Ach Vuter ech hun jo den Misch esi garn , wä nemesten oaf der Ird Ech dron an am Harzen , wä der Apel seng Karn , nor em meng Liwen gehiert.
4.) Em wal ech foljen un`t Oingt der Walt , ent läwen en wä ech nor kong Ent wun tea mech glacklech mochen walt , si gaw mer de Misch zem Mong. Zesummen gaw wet an Läw sech faingt , net trann wet zesummen gehiert". ,,Für en Badler hun ech nechen Kaingt , tea kanzt nea meng letzt Würt.
5.) Tea wirscht des rechen Nober Hanz seng Breokt , ech hun`t geschwürn Vun em bekist tea de rögt Fronz , sonst traft dech me Fleach , meng Zürn." De Bleamen wilchten , der Harwest kogm , wet bast tea bloaß meng Breogt ? Wot hust tea für Kommer , wot hust tea für Gram , wo bold dir de Heogzetglock leogt ?
6.) Wo sen deng Rügsen ? Se sä nea schöng , geseanken an det Grow ? ,, Der Harwest hut sä ewech genöng , der Harwest menger Läw. Ech wul em foljen un`t Oingt der Walt , nea as hi gegeongen elleng Elleng an de Fremd an de läwlögs Walt , mengen Schwur hut hi matgenöng.
7.) Ent ech meß mat em ongdren gon , am fastlichen Heogzetzeach Doch Vuter nä ech wal net klon , mech sol net trefen deng Fleach". Et leogden de Glocken , de Breogt de gegt , am Zeach zer Kirch oaf dem Rech ;;Tea hemmlescher Vuter , namm tea meng Legt , namm tea meng Kwul ewech".
8.) Schöng sen sä ögwen , si hift sä de Hoingt : ,,Harr half mir an menger Nögt!" Dro bracht se zesummen ,,Meng Kaingt , meng Kaingt !" Amsonst , de Breokt wor schöng döckt. Der Breoktkrongz awer het och hegt , bäm Elter noch elleng An deser leonger , leonger Zekt , do worden de Bleamen ze Steng. ................................................ |